Methodik
So rechnet der Arbeitszeitrechner
Diese Seite beschreibt vollständig, wie aus Ihren Eingaben ein Ergebnis wird: welche Formate erkannt werden, wie gerundet wird, wie der Tageswechsel behandelt wird und wo die Auswertung bewusst endet.
Rechnen in ganzen Minuten
Alle Zwischenergebnisse sind ganzzahlige Minuten. Das ist eine bewusste Entscheidung gegen Rundungsfehler.
Uhrzeiten und Dauern werden intern ausschließlich als ganze Minuten geführt. 08:00 Uhr ist die Minute 480 des Tages, eine Pause von 30 Minuten ist die Zahl 30. Es gibt an keiner Stelle einen Gleitkommawert, der eine Dauer beschreibt.
Der Grund ist praktisch: Werte wie 0,1 Stunden lassen sich im Binärsystem nicht exakt darstellen. Wer Arbeitszeiten als Dezimalzahlen addiert, sammelt kleine Fehler an, die sich über einen Monat zu sichtbaren Abweichungen summieren können. Ganze Minuten können nicht driften.
In eine Dezimalzahl umgewandelt wird erst ganz am Schluss, bei der Ausgabe. Auch dort wird ganzzahlig gerundet: kaufmännisch, also von der Hälfte an aufwärts, und nicht über die Rundung von Gleitkommazahlen.
Welche Eingaben erkannt werden
Die Eingabe soll schnell gehen. Deshalb versteht der Rechner mehrere Schreibweisen für dieselbe Uhrzeit.
| Eingabe | Bedeutung |
|---|---|
| 8 | 08:00 Uhr |
| 08 | 08:00 Uhr |
| 830 | 08:30 Uhr |
| 0830 | 08:30 Uhr |
| 8:30 | 08:30 Uhr |
| 8.30 | 08:30 Uhr |
| 8,30 | 08:30 Uhr |
| 8:5 | 08:05 Uhr |
Ein oder zwei Ziffern ohne Trennzeichen sind eine Stunde. Drei oder vier Ziffern ohne Trennzeichen enden mit zwei Minutenziffern. Führende und folgende Leerzeichen werden ignoriert.
Abgelehnt werden Stunden über 23, Minuten über 59, Vorzeichen, Buchstaben, Sekunden und mehrere Trennzeichen. 24:00 Uhr ist nur als Arbeitsende zulässig und dort ausschließlich als exakt 24:00 – 24:01 gibt es nicht.
Wichtig: Ein Wert wird nie stillschweigend korrigiert. Eine ungültige Eingabe führt zu einer deutschen Fehlermeldung am betroffenen Feld, nicht zu einem ersetzten Wert.
Tageswechsel und Nachtschicht
Schichten über Mitternacht werden auf eine durchgehende Zeitachse abgebildet.
Liegt das Arbeitsende vor dem Arbeitsbeginn, wird ein Wechsel über Mitternacht angenommen. Intern wird das Ende dann auf eine fortlaufende Minutenachse gehoben: Bei 22:00 bis 06:00 Uhr ist der Beginn Minute 1320 und das Ende Minute 1800. Die Differenz von 480 Minuten ergibt sich damit ohne Sonderfall.
Pausen werden auf dieselbe Achse gehoben. Eine Pause von 02:00 bis 02:30 Uhr innerhalb dieser Schicht liegt eindeutig nach Mitternacht und wird als Minute 1560 bis 1590 eingeordnet. Das Arbeitsende trägt in der Anzeige den Zusatz „+1 Tag“.
Sind Beginn und Ende identisch, ist das Ergebnis null Minuten. Der Rechner unterstellt bewusst keine 24-Stunden-Schicht. Wer bis Mitternacht arbeitet, trägt als Arbeitsende 24:00 ein.
Eingetragene Pausen und gesetzliche Einordnung
Das ist die wichtigste Trennung im ganzen Rechner.
Es gibt zwei getrennte Ergebnisse. Das eine ist die Tatsache: was Sie eingetragen haben und was daraus rechnerisch folgt. Das andere ist die Einordnung: was allgemeine gesetzliche Regeln zu diesen Zahlen sagen.
Der Rechner zieht deshalb niemals selbstständig eine gesetzliche Pause ab, die Sie nicht eingetragen haben. Wer neun Stunden Anwesenheit ohne Pause einträgt, bekommt neun Stunden Arbeitszeit angezeigt – und daneben den Hinweis, dass allgemein mindestens 30 Minuten Pause vorgesehen wären.
Pausen lassen sich auf zwei Arten erfassen. Als Zeitspanne mit Von und Bis, oder als reine Dauer in Minuten. Beide werden gleich von der Anwesenheitszeit abgezogen. Nur bei Zeitspannen ist jedoch bekannt, wann die Pause lag – deshalb kann der längste Arbeitsabschnitt ohne Pause nur dann geprüft werden. Bei reinen Dauern gibt der Rechner offen an, dass diese Prüfung nicht möglich ist, statt eine Lage zu erfinden.
Für die gesetzliche Mindestpause zählt ein Abschnitt erst ab 15 Minuten. Kürzere Abschnitte bleiben in Ihrer eingetragenen Gesamtpause enthalten, werden aber getrennt ausgewiesen und nicht angerechnet. Gelöscht oder verändert wird Ihre Eingabe nie.
Dezimalstunden und Industrieminuten
Beide Angaben beschreiben dieselbe Zeit in einer anderen Einteilung.
Eine Normalminute ist ein Sechzigstel einer Stunde. Eine Industrieminute ist ein Hundertstel einer Stunde. Die Umrechnung lautet: Normalminuten mal 100 geteilt durch 60.
8 Stunden 30 Minuten sind daher 510 Normalminuten, 8,50 Dezimalstunden und 850 Industrieminuten. Die Verwechslung von 510 und 850 ist der häufigste Fehler bei dieser Umrechnung.
Technisch werden Dezimalstunden und Industrieminuten aus derselben ganzzahligen Größe abgeleitet, nämlich aus Hundertsteln einer Stunde. 8,50 und 850 sind damit zwangsläufig konsistent und können nicht auseinanderlaufen.
Wie die Rechenlogik geprüft wird
Die Rechenkern-Logik ist vollständig von der Oberfläche getrennt und automatisiert abgesichert.
Die Berechnung liegt in eigenen Modulen, die keine Oberflächenlogik enthalten. Diese Module werden durch automatisierte Tests abgesichert, die bei jeder Änderung laufen. Geprüft werden insbesondere die Randfälle, an denen Rechner erfahrungsgemäß scheitern.
- Alle unterstützten und alle abgelehnten Eingabeformate, inklusive 24:00 und 24:01.
- Die exakten Pausengrenzen bei 359, 360, 361, 539, 540 und 541 Minuten Arbeitszeit.
- Schichten über Mitternacht, Pausen nach Mitternacht und Schichten mit null Minuten.
- Überlappende, doppelte und außerhalb der Schicht liegende Pausen.
- Die Umrechnung in Dezimalstunden und Industrieminuten über den gesamten Wertebereich, einschließlich der Rundung.
Ein Ergebnis wird nie „repariert“. Ist eine Eingabe unmöglich, meldet der Rechner das, statt eine plausible Zahl zu erfinden. Eine negative Arbeitszeit kann als Ergebnis nicht entstehen.
Grenzen dieser Auswertung
Was der Rechner bewusst nicht leistet.
- Er trifft keine Aussage darüber, ob eine Arbeitszeit zulässig ist. Es gibt keine Bewertung als erlaubt oder unerlaubt.
- Er kennt keine Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen, Branchenausnahmen und keine Ausgleichszeiträume.
- Er berücksichtigt keine Zeitzonen, keine Sommerzeitumstellung und keine Feiertage.
- Er rechnet einen einzelnen Arbeitstag. Wochen- oder Monatssalden sowie Arbeitszeitkonten sind nicht Teil dieser Version.
- Er ersetzt keine individuelle Rechtsberatung und keine arbeitsrechtliche Prüfung Ihres Einzelfalls.
Welche Rechtsgrundlagen den allgemeinen Hinweisen zugrunde liegen, steht auf der Seite Quellen. Wer hinter dem Projekt steht, erklärt die Seite Über uns.